Der Style der Freiheit

Er organisiert seit 22 Jahren Events und betreut namhafte internationale Künstler. Auf der Suche nach einem weiteren beruflichen Standbein entdeckte Michael Kunert mehr zufällig als geplant die außergewöhnlichen Flitzer namens „Hotrods“. Wie und warum er damit einen Nerv getroffen hat, konnten wir in einem Gespräch erfahren.

Red.:

Mini-Hotrods – das sind ja nicht gerade die schwarzwaldtypischen Fortbewegungsmittel...

Michael Kunert:

(lacht) Nein, definitiv nicht. Aber es war auch nie der Plan, hier etwas Mainstream-mäßiges zu entwickeln, sondern vielmehr was richtig Cooles.

Red.:

Das ist Ihnen gelungen! Wobei wir uns fragen, ob das nicht eine sehr spezielle Zielgruppe ist, die Sie da ansprechen?

Michael Kunert:

Das hatten wir uns anfangs auch gedacht. Klar haben wir auch mal ganz besondere Kunden. Einer ist mal mit dem Smoking ins Casino nach Baden-Baden gefahren. Aber das ist natürlich nicht der Normalfall. Eigentlich ist unsere Kundschaft ziemlich bunt gemischt. Vom jungen Mann bis zur Seniorin, von Familien bis zu Firmen...

Red.:

Firmen?

Michael Kunert:

Ja, da werden wir sogar sehr häufig angefragt. Nach Feierabend gemeinsam durch den Nördlichen Schwarzwald cruisen, danach ein Bierchen – es gibt sicher Schlechteres...

Red.:

Ganz bestimmt! Was muss man denn mitbringen, wenn man bei Ihnen ins Mini-Hotrod einsteigen will?

Michael Kunert:

Im Prinzip reicht ein Autoführerschein, der Rest wird von uns gestellt. Die Hotrods haben Automatikgetriebe, das ist also eigentlich ganz einfach.

Red.:

Wie kann man sich eine solche Tour vorstellen?

Michael Kunert:

Grundsätzlich sind es immer bis zu 10 Fahrzeuge, die auf Touren zwischen einer und drei Stunden gehen. Dazu immer ein Guide von uns, der die Strecken hier gut kennt.

Red.:

Auf Ihrer neuen Website lesen wir das Statement „Benzin im Blut, den Schwarzwald im Herzen“. Hört sich cool an! Können Sie das kurz erörtern?

Michael Kunert:

Klar. Letztlich ist die Fahrt mit den Mini-Hotrods ein ganz umfassendes Erlebnis. Ich spüre den Fahrtwind direkt im Gesicht, ich sehe die schönen Strecken, die Dinge daneben, ich rieche den Wald, kurzum: Ich kann wirklich mit allen Sinnen den Nordschwarzwald erfahren.

Red.:

Direkt an die Vermietstation im Calwer Gewerbegebiet ist ja „Kunis Hotrod Cafe“ angegliedert. Das ist dann praktisch die Boxengasse...?

Michael Kunert:

(lacht) Zunächst war die Kneipe wirklich nur für die Hotrod-Fahrer gedacht. Dann haben wir aber recht schnell gemerkt, dass noch viele weitere Gäste kommen.

Red.:

Was sicher kein Zufall ist. Das Ambiente ist ja doch sehr extravagant...

Michael Kunert:

Das hoffen wir doch! Eine gemütliche Atmosphäre, gute Drinks, kein Schnickschnack. So einfach ist das. Wir nehmen uns die Freiheit, einen ganz eigenen Style zu verwirklichen, indem wir auch mit Klischees locker umgehen und spielen. Und damit haben wir offenbar einen Nerv getroffen.

Red.:

A propos getroffen: Wie sind Sie denn überhaupt zum Thema Mini Hotrods gekommen? Das ist ja für die Region etwas ganz Neues.

Michael Kunert:

(lacht) Das war es für mich auch. Eigentlich war das ganz zufällig: Bei den Vorbereitungen zu einem Festival hatte ich die Firma Wenckstern kennengelernt, der Hersteller der Mini Hotrods. Die suchten jemanden, der eine Niederlassung hier im Süden aufbauen wollte. Ich selbst hatte gleichzeitig vor, mir neben meiner Tätigkeit als Promoter hier ein regionales Standbein zu schaffen. Und da dachte ich mir: Ja, das mit den Hotrods ist cool, das könnte ich mir vorstellen.

Red.:

Damit haben Sie der Stadt Calw und auch der ganzen Region sicherlich ein Highlight verschafft.

Michael Kunert:

Danke, das freut mich. Ich denke, dass gerade in der Vernetzung der Angebote und in Kooperationen der hier ansässigen Partner noch viel Potenzial steckt, den Nordschwarzwald noch weiter nach vorne zu bringen.

Red.:

Dann dürfen wir also gespannt sein, was sich hier in und um Ihre Hotrods und das Cafe noch so alles entwickelt.

Michael Kunert:

(lacht) Ja, dürfen Sie.

Red.:

Herr Kunert, wir danken Ihnen für das Interview.

Teilen