Interview Hochdorfer Brauerei

Hier findest du das Interview mit Katharine Hainzmann, der Juniorchefin der Hochdorfer Brauerei in Hochdorf, bei Nagold. Bekanntestes Bier ist das Hochdorfer Naturradler.

Red.:

Katharina, Sie sind jetzt schon seit 2011 Juniorchefin in der Hochdorfer Kronenbrauerei. Mal sieht man Sie in Pumps, mal in rosa Gummistiefeln durchs Lagerhaus laufen. Die Brauerei hat eine jahrhundertealte Tradition. Wie fühlt sich das für Sie als junge und moderne Frau an?

Katharine Hainzmann:

Gut! Ich kenne es ja gar nicht anders. Und in einem Familienbetrieb wie dem unseren, wird es garantiert nie langweilig! Eine Brauerei ist unglaublich vielseitig und abwechslungsreich. Und die perfekte Kombination aus Tradition (Bier ist >5.000 Jahre alt) und technischem Fortschritt (es wird Technologie verwendet,die vergleichbar ist mit sämtichen anderen,hochtechnologisierten Branchen). Auch wenn es heute für viele schwierig ist „Bier und Frauen“, ist es historisch eigentlich ziemlich normal gewesen, denn Bierbrauen war Frauensache und Bestandteil des Haushalts.

Red.:

Der Erfolg kommt ja nicht aus dem Nichts...

Katharine Hainzmann:

Wir beschäftigen heute rund 30 hochmotivierte und fachlich hervorragend ausgebildete MitarbieterInnen. Unser Team, seine Kompetenz und auch seine Freude an dieser Arbeit bilden eine der wesentlichen Grundlagen unseres Erfolgs.

Red.:

Aber auch die traditionell zuverlässige Qualität. Sie haben erst kürzlich im Rahmen des Deutschen Brauereitages eine ausgesprochen begehrte Medaille an der Seite Ihres Vaters Eberhard Haizmann entgegengenommen.

Katharine Hainzmann:

Ja, das stimmt! Wir haben nun schon zum vierten Mal den Bundesehrenpreis vom Bundesamt für Ernährung und Lanwirtschaft bekommen.,Das freut uns natürlich sehr, dass wir bei dieser strengen Qualitätsprüfung der DLG eines der besten Ergebnisse erzielt haben. Das macht uns schon glücklich... und auch ein bisschen stolz.

Red.:

Das soll es ja auch! Ihre Brauerrei zählt zu den fünf besten in ganz Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr haben Sie sogar Europa-Lorbeeren eingeheimst.

Katharine Hainzmann:

Das hört sich so „groß“ an. Dabei stehen wir schlicht für Regionaität und Qualität. Wir haben nunmal auch das Glück, hier im Nördlichen Schwarzwald beheimatet zu sein. Wir haben hervorragendes Wasser von der Kleinen Kinzig (WKK), Malz aus dem Gäu und als absolute Besonderheit unseren eigenen Hopfen aus unserem Hochdorfer Hopfengarten, der auch in diesem Jahr wieder eine herausragende Qualität erreicht hat! Die Werte sind spitze! Und unsere natrlichen Rohstoffe sind nun einmal eine essentielle Grundlage für gutes Bier!

Red.:

Da haben Sie sich den European Beer Star 2014 für ihr „Hochdorfer Barbara-Bock“ absolut verdient!Sie waren beachtlicherweise mit diesem Bier in Konkurrenz zu Teilnehmern aus 42 Ländern. Und die hatten 1.613 Biere im Gepäck.

Katharine Hainzmann:

Mittlerweile ist die Konkurrenz groß! Allerdings waren es in der Kategorie „dunkler Doppelbock“ etwas weniger als 1613 Biere J. Und trotzdem waren wir natürlich stolz auf das erzielte Ergebnis und die Leistun unserer Braumeister. Bier erlebt momentan eine Art „Relaunch“, der die Qualität und Vielfalt des Bieres wieder in den Vordergrund rückt. Durch neue Bierstile, bzw. alte Stile die etwas modernisiert werden und somit an die aktuellen Bedürfnisse der Bierkonsumenten angepasst werden. Auch das Thema Biermisch und alkoholreduziertes bzw. alkoholfreies Bier, ist natürlich sehr aktuell. Auch bei uns in der Brauerei bemerkt man Veränderungen und die unterschiedliche Sicht der Generationen. Dies führt zu Diskussionen und diese in der Regel wiederum zu kleinen Veränderungen oder Neuerungen. Wobei wir bei unseren Diskussionen den großen Vorteil haben, dass auch mein Vater sehr offen für neues ist und neue Ideen unterstützt und fördert.

Red.:

Das stimmt. Denn es gibt ja auch mittlerweile so viel Biervariationen.

Katharine Hainzmann:

Ja, alleine 2015 wuren beim European Beer Star 55 Kategorien vekostet, ohne Biermischgetränke und ohne alkoholfreie Biere.Bier ist so vielseitig, da kommt geschmacklich garantiert keine Langeweile auf und ist immer ein Genuss!

Red.:

Vor allem wenn es auch langsam genug gebraut wird.

Katharine Hainzmann:

Durch die schonende Verarbeitung im Sudhaus und im Gär- und Lagerkeller, wird es zu dem Geschmackserlebnis, das wir möchten – vielfätige, gute aufeinander abgestimmte Aromen, mit feiner harmonierender Bittere. So sind wir auch zur Mitgliedschaft bei slowBREWING gekommen, die Kriterien für diese Mitgliedschaft passen zu uns und unserer Philosophie. Das slowBREWING Motto lautet: Das Brauen mit Zeit für Geschmack!

Red.:

Jetzt hab’ ich echt einiges über Braukunst und die Bedeutung der guten regionalen Inhaltsstoffe gelernt! Und bin begeistert von Ihrem Elan!

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