Interview mit Schäfer Karl

In Wildberg hat die Schafzucht eine große Tradition. Deshalb findet auch alle 2 Jahre der Schäferlauf statt. Erfahre jetzt mehr über die Schäferkultur und über den Schäfer Karl und seine Herde!

Red.:

Herr Bauer, Sie haben als Stadtschäfer von Wildberg schon einen ziemlich urtümlichen Beruf.

Karl Bauer:

Ja, und ich bin glücklich in diesem Beruf und auch ein bissle stolz, dass die Familie Bauer hier vor Ort schon in der achten Generation die Schafzucht betreibt. Die Ahnen waren Klosterschäfer. Und im Nördlichen Schwarzwald ist auch die Wiege der deutschen Schäfereiwirtschaft. Urkunden belegen, dass hier die Schafzucht schon Ende des 13. Jahrhunderts begonnen hat.

Red.:

Das ist eine alte Zunft! Wie steht die junge Generation dazu?

Karl Bauer:

Ich find’s echt bemerkenswert: Zu unserem alljährlich im Juni stattfindenden Schäferaktionstag kommen immer mehr Besucher aus unterschiedlichen Generationen. Es interessiert die Menschen einfach zu sehen, wie der Alltag des Schäfers aussieht. Da wir in Wildberg gleichzeitig an der Aktion „Mobil ohne Auto“ teilnehmen, haben wir etliche naturbegeisterte Wanderer und Radfahrer zu Gast. Und das im schönen ehemaligen Klosterhof. Ich bin dabei sehr froh, dass mir mein Sohn zur Seite steht.

Red.:

Glücklicherweise!

Karl Bauer:

Ja, es ist nicht selbstverständlich, dass die jüngere Generation im Beruf der Eltern bleibt.Zudem ist es, gerade wenn die Schafschur ansteht, doch ein echter Knochenjob.

Red.:

Wie sehen dann zur Schur-Zeit Ihre Tage aus?

Karl Bauer:

Wir scheren dann quasi im Akkord. Bis zu 200 Schafe muss ein geübter Schäfer pro Tag scheren. Das heißt: Zeitdruck und höchste Präzision. Man will und darf die Tiere nicht verletzen.

Red.:

Ein echtes Groß-Event ist ja auch der äußerst beliebte Schäferlauf in Wildberg, der alle 2 Jahre stattfindet.

Karl Bauer:

Oh ja. Da könnte ich glatt ins Schwärmen geraten. Das Fest hat eine lange und feste Tradition. Es gibt den Schäferlauf seit 1723 hier in Wildberg. Heute ist es ein Fest, das über vier Tage geht und ein wirklich buntes Programm bietet: Wettkämpfe wie das Leistungshüten, Attraktionen, Tanz und Unterhaltung, leckere Verpflegung, Handwerkermarkt im Klosterhof und natürlich der Höhepunkt: der Schäferlauf.

Red.:

Das ist ein Ereignis, das man sich unbedingt mal angesehen haben sollte! Die ledigen Schäferinnen und Schäfer laufen um die Wette. Die beiden Gewinner werden mit einer Königskrone geehrt und im traditionellen Schäfergewand festlich gekürt.

Karl Bauer:

Das ist wirklich eine tolle Sache, die immer mehr Menschen lockt. Der nächste Schäferlauf findet übrigens vom 15. bis 18. Juli 2016 statt.

Red.:

Da sind wir sicher dabei!

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