Gunter Böhmer

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Gunter Böhmer

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Gunter Böhmer und Hermann Hesse

Gunter Böhmer *1911 in Dresden, gest. 1986 in Montagnola/Tessin

Hermann Hesse *1877 in Calw, gest. 1962 in Montagnola/Tessin

Eine Wohnstatt - Zwei Künstlerfreunde: Eine enge Verbindung und Freundschaft des Malers und Grafikers Gunter Böhmer zu Hermann Hesse entsteht im Jahr 1933, als Hesse den Maler Gunter Böhmer zu sich nach
Montagnola einlädt. Hesse bewohnte dort die Casa Camuzzi von 1919 bis 1931 und Böhmer bezieht 1933 eine Wohnung in Hesses ehemaliger Wohnstatt, die auf Lebenszeit sein Hauptwohnsitz bleiben wird. Ab 1957 kommt Gunter Böhmer wieder häufig nach Deutschland und
erhält 1961 eine Professur an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Die besonders herausragende Leistung des mehrfach ausgezeichneteten Träges der Hermann-Hesse-Medaille besteht in der Illustration von 133 Werken der Weltliteratur, darunter sind zahlreiche Werke seines Freundes Hermann Hesse, wie z.B. der „Steppenwolf“. Das Hermann-Hesse-Museum beherbergt seit einigen Jahren die Sammlung der Gunter-Böhmer-Stiftung mit über 20.000 Arbeiten des Künstlers. Gunter Böhmer hat vor allem ein großes
grafisches Werk hinterlassen, das besonders durch eine ausgeprägt dynamisch-expressive Handschrift charakterisiert werden kann.
Neben seinem umfangreichen literarischen Werk und vielen Zeichnungen hinterlässt der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse auch zahlreiche Aquarelle. In reduzierter Gegenständlichkeit und farbenfroher Palette werden landschaftliche und gebaute Szenerien flächenhaft, expressiv anmutend und teilweise konturiert festgehalten und führen durch den einheitlich illustrativen Stil des Malens zu einer schnellen Identifizierung des malenden Dichters Hesse. Für Hesse ist Malen wundervoll, er betreibt Zeichnen und Aquarellieren seit 1917 als erfüllende Liebhaberei, die ihm sehr am Herzen liegt. Gegenüber Freunden betont Hesse, dass ihm der Umgang mit Malern stets lieber gewesen sei als der mit Schriftstellern. „In Werkstätten, wo es nach Farbe und schöpferischer Arbeit riecht ..., ist mir immer wohl ...“ Es war aber nicht nur die Kunst, die die beiden zusammenbrachte. Böhmer: “Ich war – um eine Wendung Hesses zu gebrauchen – sein ‚Gartenbruder‘ von 1933 bis in die 1960er Jahre. In dieser Zeit stand nicht nur meine Staffelei oft zwischen Hesses Rebstöcken, lagen nicht nur meine Skizzenbücher neben seinen Gartengeräten: vor allem schleppten wir gemeinsam Gießkannen und
Mistkübel, schaufelten einen Gartenweg aus, spielten zwischendurch zur Erholung eine Partie Boccia, feierten mit nachbarlichen
Freunden, schwiegen, sprachen, lachten miteinander.“