historische persönlichkeit
Richard Ziegler
75365 Calw
Viele Jahre unterhält der Pforzheimer Maler und Grafiker Richard Ziegler ein Atelier im
sogenannten „Steinhaus“ in der Bischofstraße in Calw. Hier stellt die Calwerin Fanny
Schiler dem befreundeten Künstler seit Ende der 1950er Jahre Atelierräume zur
Verfügung, in denen der Künstler seiner Experimentierfreude nachgehen kann.
Die Verbindung zur Stadt bleibt so erfreulich, dass der Maler
im Jahr 1982 die nach ihm benannte Richard-Ziegler-Stiftung
ins Leben ruft. Eine umfangreiche Sammlung seiner künstlerischen Arbeiten ist heute im Hermann-Hesse-Museum beheimatet. Richard Ziegler studiert Philologie und ist, wie Kurt
Weinhold, als Künstler Autodidakt. 1925-1932 lebt Ziegler als
Maler und Grafiker in Berlin. Seine Ausstellungen erhalten
gute Kritiken. Ende des Jahres verlässt Ziegler mit seiner jüdischen Frau Deutschland und lässt sich auf der dalmatinischen
Insel Korcula nieder. Hier entstehen seine antifaschistischen
Mappenwerke.
Wichtige Lebensstationen Zieglers zwischen 1936-1962 sind
England und Mallorca. Neben zahlreichen Illustrationen, die in politischen Zeitungen
erscheinen, entsteht in England auch ein umfangreiches malerisches Werk. Wie sein
Malerkollege Gunter Böhmer hat Richard Ziegler zahlreiche Werke der Literatur illustriert. Seitdem der Künstler mit festem Wohnsitz auf Mallorca lebt, reist er zweimal im
Jahr in seine Wahlheimat Calw um dort in Ruhe zu arbeiten, umgeben von dem Teil
seines Lebenswerkes, das vom Krieg verschont blieb. Den Einsatz zahlreicher traditioneller und experimenteller Techniken, wie Opalograph Druck, Wachsdruck, Monotypie,
Pastell, Kantstiftzeichnung oder Holzschnitt weiß er für vielseitige künstlerische
Ausdrucksformen und Motive zu nutzen, sein Schaffensdrang bleibt unermüdlich.
Richard Ziegler hinterlässt ein interessantes, vielseitiges und beeindruckendes Lebens
werk, voll sprühender Energie und Lebensfreude