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-7- CIS Centrum für Graphologie Ilse Scholl
An der Klostermauer 1
75365 Calw
Die am 22. Januar 1909 geborene Berlinerin, Musik-Studentin und Sängerin
heiratete 1931 in Frankfurt und brachte drei Kinder zur Welt. Sie
studierte in Zürich Psychologie und begegnete dort dem Begründer der
Analytischen Psychologie C.G. Jung, der sie stark beeinflusste. In ihrer
Stuttgarter Wohnung begann sie, Graphologie zu unterrichten und schrieb
Gutachten für Firmen, Polizei und Privatpersonen. 1959 konnte sie in
Hirsau in ihr idyllisch gelegenes Haus mit Unterrichtsräumen einziehen.
Privat musste sie nicht nur den Tod ihrer beiden Söhne in den
Kriegswirren verkraften, sondern auch noch in Hirsau den tödlichen
Verkehrsunfall der einzig verbliebenen Tochter. Umso mehr widmete sie
sich ihren Studien, die nach ihrer Meinung einer Selbstanalyse
entsprachen und die Möglichkeit schufen, auch mit persönlichen
Lebensschwierigkeiten besser fertig zu werden. Sie hielt Kontakt zu
vielen geisteswissenschaftlichen
Persönlichkeiten. Kaum jemand konnte
sich ihrer Präsenz und Ausstrahlung entziehen. So hatte sie das Ziel,
ihre Schüler durch ganzheitliches Denken auf eine höhere Ebene der
individuellen Entwicklung zu heben. Sie starb am 12.Februar 1990 mit 81
Jahren. Die Beisetzung fand auf dem Hirsauer Friedhof statt.
Ilse Scholl gründete in Hirsau die erste deutsche Schule für Graphologie, Astrologie und Testverfahren auf tiefenpsychologischer Grundlage. Es war eine Ausbildungs-Stätte für Graphologen, die über die Deutung des Schriftbilds Erkenntnisse über die Persönlichkeit eines Menschen erhalten wollten. Die Ausbildung war intensiv und dauerte mindestens zwei Jahre
mit dem Abschluss zum „Diplom-Graphologen der Schule Hirsau“. In Kombination mit Fernunterricht und Ferienkursen wurde eine Drei-Gliederung angeboten: „Psychologiekurs I“ mit wöchentlichen Bearbeitungen von Schriftproben, „Psychologiekurs II“ mit wöchentlichen Ausarbeitungen von Gutachten, ergänzend Ferienkurse für die Quer-Verbindungen der Tiefenpsychologie zur Graphologie. Weiterbildung und
Beratung wurden auch für interessierte Laien angeboten. Die „Bleiche“, eine von Altburger Lehensbauern einst gebaute Mühle, schien als Veranstaltungsort und Übernachtungsmöglichkeit ideal. Das intensive Naturerlebnis sollte die Auseinandersetzung mit Sinnfragen des Lebens fördern. Die Bleiche diente zeitweise sogar ärztlich geführten psychosomatischen Behandlungsangeboten.
Es war ein fester Wunsch Ilse Scholls, die Schule zu erhalten. Ihr Vermögen vermachte sie der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Schule Hirsau e.V., seit 2005 eingetragen als „CIS Centrum Ilse Scholl Schule Hirsau e.V.“. Vorträge und Seminare, sowie Gewinnung von
Graphologinnen, gestalteten das Vereinsgeschehen aktiv. Die Inanspruchnahme von Schrift-Psychologie und die Ausbildungsnachfrage wurden jedoch mit dem Rückgang handschriftlicher Aufzeichnungen weniger. Daher suchte man zusätzliche Inhalte, z.B. Bildungsangebote,
Partnerschaftsberatung, Logo-Entwicklung oder Schreibbewegungs-Training. Auch kann der Seminarraum für kulturelle Treffen oder Veranstaltungen gemietet werden, schön gelegen neben dem Park-Ensemble des Klosters Sankt Peter und Paul mit Blick auf den Eulenturm.
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