Calwer Friedhof

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Calwer Friedhof

Welzbergweg 2

75365 Calw

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Calw

Calwer Friedhof

Wie einst üblich begruben die Calwer in frühen Zeiten ihre Toten rund um die Stadtkirche auf dem Kirchhof. Als die Stadt wuchs, wurde der Kirchhof zu klein, denn es gab durch die umliegende Bebauung keine Erweiterungsmöglichkeit.

Deswegen verlegte man um 1500 die Liebfrauenkapelle, die ursprünglich in der oberen Vorstadt angesiedelt war, als Friedhofskapelle auf den Brühl. Bis heute nennt man daher den sich an die Liebfrauenkapelle anschließenden Berg Kapellenberg. Bald stellte sich jedoch heraus, dass das Gelände für einen Friedhof durch die Nähe zum Fluss völlig ungeeignet war. Zum einen war das Grundwasser zu hoch für Bestattungen, zum andern wurde der Friedhof immer wieder überschwemmt. Auf der Suche nach einem anderen Friedhofsgelände bot Catharina Heyd ihren Garten der Stadt gegen geringes Entgelt an. Freilich wollte sie als erste auf dem neuen Friedhof begraben werden. Catharina Heyd starb im Jahr 1618, angeblich im gesegneten Alter von 100 Jahren. Ihr Grabstein ist heute noch an der unteren Friedhofsmauer zu erkennen an den verschiedenen Brezeln, die den Stein zieren. Als 1634 Calw zerstört wurde, machten die Soldaten auch vor der Liebfrauenkapelle nicht Halt. Die Kapelle und der alte Friedhof wurden zerstört. Die Steine jedoch verwendete man für die Terrassierung des neuen, heute noch genutzten Friedhofs. Die Grabsteine auf dem Friedhof sind ein Spiegelbild der Stadtgeschichte. Hier findet man die Namen, die Calw einst groß gemacht haben: Vischer, Dörtenbach, Zahn, Zügel, Seybold, Schüz, Gärtner, Wagner, Ziegler und viele mehr.Auf dem Calwer Friedhof ruhen auch in einem großen Familiengrab die Vorfahren und Nachfahren von Hermann Hesse, vor allem sein verehrter Großvater Hermann Gundert, der „großer Zauberer“ in Hesses Phantasie.

Bedeutung für den Literarischen Spaziergang:

Seit 1618 Friedhof der Stadt Calw. An der unteren Mauer befinden sich innerhalb des Schill’schen Familiengrabes die Gräber der mit der Familie Schill verschwägerten Mitglieder der Familien Hesse und Gundert: Marie Hesse, verw. Isenberg, geb. Gundert, 18.10.1842– 24.04.1902, Hesses Mutter; Dr. phil. Hermann Gundert, Missionar, Indologe und Verleger, 0 4.02.1814– 24.04.1893, Hesses Großvater mütterlicherseits (von Hesse porträtiert in der Erinnerung „Großväterliches“); Julie Gundert, geb. Dubois, 01.10.1809 – 18.09.1885, Hesses Großmutter mütterlicherseits; Uranie Dubois, 15.01.1806 – 15.01.1885, Hesses Großtante, die seit 1872 in Calw lebte; Friedrich Gundert, 07.03.1847 – 15.07.1925 und Emma Gundert, geb. Heermann, 04.07.1848 – 01.10.1918, Hesses Onkel und Tante (die beide in der Erzählung „Schön ist die Jugend“ geschildert werden).

Allgemeine Info: 

Bestattungen sind unverzüglich nach Eintritt des Todes bei der Stadt anzumelden. Die Stadt setzt Ort und Zeit der Bestattung fest und berücksichtigt dabei die Wünsche der Hinterbliebenen und der Geistlichen. Die Grabmale und die sonstigen Grabausstattungen sind dauernd in würdigem und verkehrssicherem Zustand zu halten und entsprechend zu überprüfen. Alle Grabstätten müssen der Würde des Ortes entsprechend hergerichtet und dauernd gepflegt werden.
Die Bestattungsgebühren sind in der Friedhofssatzung festgelegt.