Calwer Stadtgarten

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Calwer Stadtgarten

Im Zwinger 3

75365 Calw

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Calw

Calwer Stadtgarten

1871 wurde dieser Park unter Mithilfe Calwer Bürger angelegt und bietet seitdem einen der ersten Naturlehrpfade. Der Calwer Mediziner und Botaniker Dr. Emil Schüz gab wesentliche Impulse für die Anlage. Der Park wurde mit hier teilweise nicht heimischen Bäumen bepflanzt. So wachsen unter anderem seit über 100 Jahren eine Wellingtonia, Douglastannen und Weymouthskiefern.

Der Stadtgarten heute

Im Jahr 2025 wurde der Calwer Stadtgarten im Rahmen des Fördermittelprogramms "Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel" saniert. Um die Natur erlebbar zu machen, ist dabei der Panoramasteg entstanden, 1.300 m² asphaltierte Fußwege wurden entsiegelt und Klimaschutzinseln in Form von neuen Schattensitzplätzen sind entstanden. Hänge und Beete enthalten klimaresiliente Pflanzen, Sträucher und Blühwiesen. Ein neuer treppenloser Weg erleichtert den Aufstieg und in naher Zukunft werden zwei Rutschen den Abstieg noch attraktiver gestalten"

Die Geschichte des Calwer Stadtgartens

In der Stiftungsurkunde des Georgenäums von 1868 findet sich der Hinweis, dass die Anlage des heutigen Stadtgartens als öffentlicher
Lustgarten gestiftet wurde.
Hier am Hang endete damals der Georgenäumsgarten, in dem ein Springbrunnen und zwei Pavillons standen. Im Anschluss fand man
Obstbäume und wilde, unkultivierte Flächen vor. Einige Calwer Bürger hatten die Idee, eine noch größere Parkanlage mit seltenen
Pflanzen, Sträuchern und Bäumen einzurichten. Daraus entstand sozusagen der erste Naturlehrpfad überhaupt.
Um dies umzusetzen, wurde im Mai 1870 ein Verschönerungsverein gegründet. Zweck und Aufgabe des Vereins war es, für die
Verschönerung der Stadt und deren Umgebung tätig zu sein. Zunächst rodeten sie die wilden Flächen, legten Wege in und um den
Stadtgarten und zu den romantischen Felspartien an und machten sie so zugänglich. Der Verein schuf zahlreiche Sitzplätze, baute
kleine Brücken und Pavillons, säte und setzte heimische und ausländische Pflanzen, Mammutbäume, über 36 verschiedene
Coniferenarten, Alpenpflanzen, Farnkräuter, verschiedene Nadel- und Laubhölzer, darunter Kastanien, Ahorn, Ulmen und Platanen.
Zahlreiche Büsche und Blumenbeete ergänzten die Anlage.
So entstand in den folgenden Jahren eine großzügige Parkanlage, die Gäste aus ganz Württemberg anzog. Sie kamen mit der
Eisenbahn und spazierten vom Bahnhof aus an den prachtvollen Felspartien entlang, bestiegen den Gimpelstein um die Aussicht zu
genießen oder schlugen den oberen Felsenweg Richtung Schafott ein, das heute noch erhalten ist.
Andere wählten den Weg am Gimpelstein vorbei zum Waldcafé (1904-1945), wo es oft keinen Platz mehr gab.
Nicht weit entfernt davon stand der von Dr. Emil Schüz gestiftete Pavillon Lug ins Tal. Die Erholungssuchenden überquerten im
weiteren Verlauf die obere Lärchenwegbrücke. Von hier aus ist auch heute noch deutlich zu erkennen, das der Schießbach ab der
oberen Brücke in ein künstliches Bachbett umgeleitet wurde, denn ursprünglich ging der Schießbach direkt durch den Stadtgarten.
Um einer weiteren Zerstörung der Stadtmauer durch den wilden Schießbach entgegen zu wirken, wurde diese Baumaßnahme
durchgeführt. Weiter ging es zum Lärchenweg, auch Pietistenweg genannt, mit herrlichem Blick auf die Dächer Calws.
Andere Besucher bestaunten die Alpenpflanzen im großen Alpengarten (heute Literaturgarten), genossen die Aussicht von einem der
vielen Pavillons oder lauschten der Calwer Stadtkapelle beim sonntäglichen Konzert in den Anlagen. 1903 fand das erste Kurkonzert
der Stadtkapelle im Stadtgarten statt.
Dr. Emil Schüz, Arzt, Historiker und Naturwissenschaftler und insbesondere Ökonomierat Eugen Horlacher aus Alzenberg engagierten
sich ganz besonders für den Verein und den Stadtgarten, weshalb ihnen auch ein Gedenkstein in den Anlagen gesetzt wurde.
Der gebürtige Calwer, Gustav Eugen Horlacher, betrieb mit großem Erfolg am Postackerweg in Alzenberg einen landwirtschaftlichen
Betrieb. Dort, am Waldrand finden wir einen weiteren Gedenkstein, der an seine viel zu früh verstorbene Mutter, Sophie Horlacher
(geborene Zahn aus Calw), erinnert.


Bedeutung für den Hermann-Hesse-Rundweg: 

Der Literaturgarten
2011 wurde durch Schülerinnen und Schüler des Hermann-Hesse-Gymnasiums im Stadtgarten ein Literaturgarten geschaffen. Metallstelen, auf denen nach Jahreszeiten geordnet Gedichte zu lesen sind, huldigen den Namensgeber. Es ist ein Ort der Erholung und Meditation am Rande einer zuweilen doch sehr pulsierenden Stadt.

Öffnungszeiten: ganzjährig geöffnet; frei zugänglich