historische persönlichkeit
Julius Müller
75365 Calw
In Calw besucht Julius Müller zunächst die Volksschule und wird, im gleichen Jahr wie Hermann Hesse geboren, dessen Mitschüler in der Lateinschule.Der Vater, Julius Hermann Müller, ist Architekt und Bauunternehmer. Nicht weit entfernt von der Katholischen Kirche, die von ihm erbaut wurde, wohnt er mit seiner Familie in der Bahnhofstraße 35. In diesem Haus betreibt der Sohn später sein Atelier. Die künstlerische Neigung ist in der Familie ausgeprägt, der Bruder Müllers ist Kunstprofessor, der Sohn wird wie der Großvater Architekt. Ende der 1880er Jahre übersiedeln die Müllers in das damals noch deutsche Straßburg. Hier besucht Julius Müller zehn Semester lang die Kunstgewerbeschule mit den Fächern Grafik, Aquarell und Pastell. Kurz vor 1900 bricht Julius Müller nach Berlin auf, wo er sich zunächst Geld für den Besuch der Berliner Kunstakademie verdienen muss. Weitere Stationen führen ihn über Dresden, Düsseldorf und Freiburg und im Jahr 1908 schließlich zurück nach Straßburg, in das geliebte Elsass. Nach dem 1. Weltkrieg kommt Julius Müller nach Calw zurück. Die schöne Landschaft des Elsass hält Müller in zahlreichen Zeichnungen, Aquarellen und Ölbildern fest, vor allem die malerischen Gassen und Winkel haben es ihm angetan. In Müllers Werken dieser Schaffensphase sind Annäherungen an den Impressionismus erkennbar, die sich später noch verstärken werden. In der sehr fruchtbaren Calwer Schaffensperiode entstehen zahlreiche Zeichnungen und Radierungen. Hier zeigt der Künstler was er kann. In seiner unverkennbaren, lockeren wie detailreichen und unermüdlich „erzählenden“ Handschrift, die seine besondere Meisterschaft in den vielen Calwer Motiven nachvollziehbar belegt, wird er zu einem ausgezeichneten Chronisten seiner Zeit