historische persönlichkeit
Kurt Weinhold
75365 Calw
Während sein Malerfreund Rudolf Schlichter seine Kinder- und Jugendjahre in Calw verbringt, kommt Kurt Weinhold erst 1922 nach
Calw. Er heiratet die hier beheimatete Margarete Schüz und bezieht sein Atelier in ihrem Elternhaus, heute Hermann-Hesse-Museum, am oberen Ende des Calwer Marktplatzes. 1935 baut er sein eigenes Haus mit Atelier und Gartenhaus in der Edard-Conz-Straße. 1924 beginnt die langjährige Freundschaft mit Rudolf Schlichter und dessen Ehefrau Speedy. Anders als Schlichter kann Weinhold nicht auf eine künstlerische Ausbildung zurückgreifen, er erhält Malunterricht von seinem Vater und sich autodidaktisch fort. Doch das tut seinem künstlerischen Gestaltungswillen
keinen Abbruch. Im Jahr 1930 bringt die „Schirmolympiade“ bei einer Ausstellung in Berlin einen ersten Erfolg. 1934 erhält Weinhold den begehrten Rompreis der Preußischen Akademie der Bildenden Künste. Es folgen Studienaufenthalte in Rom und Florenz. 1937 nimmt Weinhold an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ teil. Weinholds Anfänge sind, wie auch die Schlichters, noch dem Realismus verhaftet.
In den 40er Jahren entdeckt man abstrakte Figurationen und surreale Ansätze in seinen Werken. Wegen offener Systemkritik am Naziregime muss Weinhold untertauchen, in Calw liegt ein Haftbefehl gegen ihn vor.
Kurt Weinhold gilt als entarteter Künstler, erhält jedoch kein Malverbot. Er lebt in dieser schweren Zeit von zahlreichen „unverdächtigen“ Portraitaufträgen. Gegen Ende des Krieges hilft Weinhold mit, Calw vor der Zerstörung durch Kampfhandlungen zu retten.
Auch nach dem Krieg ist Kurt Weinhold, dessen bedeutendste Werke der „Neuen Sachlichkeit“ zuzuschreiben sind, als Portrait ist gefragt und unterhält zahlreiche Freundschaften zu namhaften Künstlerinnen und Künstlern, wie Ida Kerkovius und Willi Baumeister.
1911-1922 München
künstlerische Ausbildung beim Vater, autodidaktische Weiterbildung
1922 Heirat mit Margarete Schüz aus Calw, Umzug nach Calw
1925-1935 Ausstellungen an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin
1934 Rompreis, Besuch Deutsche Akademie Villa Massimo Rom
1937 zum "entarteten Künstler" erklärt, aber kein Malverbot
1939-1940 Militärdienst als Zeichner
ab 1951 Teilnahme an Ausstellungen der Künstlergruppe "Roter Reiter"
ab 1955 Teilnahme an Ausstellungen des Künstlerbundes
Baden-Württemberg