Georgenäum

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historisches gebäude

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Georgenäum

Im Zwinger 3

75365 Calw

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Calw

Georgenäum

Georgii-Georgenau wurde 1820 in Calw geboren, seine Mutter entstammte der bedeutenden Calwer Familie Doertenbach. Die Stifter wollten die Allgemeinbildung der Calwer Bürger  heben und schenkten ihnen das Georgenäum als Bildungsstätte. Zugleich sorgten sie mittels einer Stiftung für den Unterhalt der Institution. Das Gebäude wurde 1871 eingeweiht. Die Bibliothek im Haus wurde mit einem Anfangsbestand von 745 Büchern ausgestattet. Im großen Saal wurden  Vorträge angeboten, die Konversations- und Lesezimmer standen allen offen. Ins Georgenäum wurde die Zeichen- und  Modellierschule aufgenommen, etwas später auch die Frauenarbeitsschule. Heute haben die weit über die Calwer Stadtgrenzen hinaus bekannten Aurelius Sängerknaben hier ihr Domizil. für den

Bedeutung für die Frauenwege durch Calw

Sophie Emilie Georgii (1826-1892) Stifterin

Sophie Emilie Georgii wird 1870 zusammen mit ihrem Ehemann Stifterin einer Bildungsstätte, dem später nach ihnen benannten "Georgenäum". Das gebäude erhält eine größere öffentliche Bibliothek mit einem Anfangsbestand von 730 Büchern und täglich langen Öffnungszeiten. Sie steht generell allen Calwer Bürgern offen, aber vor allem die Jugend soll hier Möglichkeiten zur Bildung bekommen. Vorträge zu wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Themen werden im Saal im oberen Stockwerk angeboten, ausdrücklich werden auch Mädchen ab 14 Jahren zum Besuch dieser Veranstaltungen aufgefordert. Bis heute dient das Georgenäm als Bildungs- und Kulturstätte.

Bedeutung für den Literarischen Spaziergang

„Eine Pflanzstätte wahrer und vielseitiger Volksbildung, gestiftet zu einer Anstalt der Förderung des Gewerbes und Handels, der Kunst und des gemeinnützigen Wissens“ von Generalkonsul Emil von Georgii-Georgenau (1828 – 1902). Einweihung im Mai 1871. In diesem Hause hielt Vater Johannes Hesse immer wieder Missions-vorträge. Hier fanden Zeichen- und Malunterricht statt sowie musikalische Aufführungen des Chors und des Kirchengesangvereins. Auch die erste Calwer Bibliothek war hier.

Bedeutung für die Frauengeschichte

Stifterin einer Bildungsstätte

Sophie Georgii stiftete 1870 zusammen mit ihrem Ehemann der Calwer Bevölkerung das Georgenäum - ein Haus mit öffentlicher Bibliothek und einem Hörsaal für öffentliche Vorträge.

Im Jahr 1870 stiftete das Ehepaar Sophie Emilie und Emil Wilhelm von Georgii der Stadt Calw ein Gebäude sowie erhebliche Geldbeträge zur Unterhaltung der Stiftung.
Das Ehepaar bezweckte mit der Stiftung, eine Institution "vorzugsweise für die Fortbildung der Jugend" zu schaffen, indem es hier eine öffentliche Bibliothek und einen öffentlichen Hörsaal für Vorträge einrichtete.

Die Georgiis, in Stuttgart lebend, wählten Calw als Sitz ihrer Stiftung aus, weil Emil von Georgii 1820 hier geboren worden war: seine Mutter stammte aus der angesehenen Familie Dörtenbach. Sophie Georgii war Tochter des Finanzministers Gärttner in Stuttgart.

Das Georgenäum wurde von Oberbaurat Josef Egle erbaut und 1871 eingeweiht.

Die Georgiis maßen der Bibliothek zur Bildung der Jugend besondere Wichtigkeit bei. In ihren Schränken standen gleich zu Beginn 734 Bücher, die alle Bewohner Calws zu traumhaften Öffnungszeiten nutzen konnten, denn die Bibliothek war täglich von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 22 Uhr zugänglich.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den öffentlichen Vorträgen, die sich nach dem Willen der Stifter wirtschaftlichen und wissenschaftlichen, keinesfalls aber politischen Themen widmen sollten.

Ausdrücklich wurde im Stiftungsvertrag betont: "Der Besuch der Vorträge steht dem männlichen und weiblichen Geschlecht vom 14. Jahr an zu". Dass Mädchen ab 14 hier wie selbstverständlich an außerhäuslicher und außerschulischer Bildung teilnehmen konnten und sollten, zeugt von fortschrittlicher Einstellung, denn in der damaligen Zeit konnten Mädchen nicht einmal Abitur machen, von jeglicher Ausbildung in wirtschaftlichem Bereich ganz zu schweigen.

Das Georgenäum diente in den folgenden Jahrzehnten vorwiegend als Bildungs- und Kulturstätte, so war hier ehemals die Volkshochschule und bis 1997 die Stadtbibliothek untergebracht.

"Der Besuch steht dem männlichen und weiblichen Geschlechte zu."